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Markus Mendelin tritt zurück
Bei den nächsten Wahlen wird der Amriswiler Schulpräsident nicht mehr antreten. Er ist seit zwölf Jahren im Amt und hat unter anderem die Gründung der Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri initiiert.

Markus Mendelin im Schulhaus Oberaach, das in seiner Zeit als Schulpräsident gebaut wurde. (Bild: Reto Martin)
Bericht: Tagblatt online, 28.05.2016 - Rita Kohn
Er ist gerne Schulpräsident. Dass Markus Mendelin sich nun dazu entschlossen hat, bei den nächsten Schulbehörde-Wahlen nicht mehr anzutreten, hat nichts mit Überdruss zu tun. «Ich werde bald 64. Da musste ich mir die Frage stellen, ob ich wirklich noch eine weitere Amtsperiode anhängen möchte», sagt der Amriswiler Schulpräsident.
Eine Amtsperiode anknabbern, also vor Ablauf seinen Rücktritt zu erklären, kam für Markus Mendelin nicht in Frage. Damit war klar, dass er die leicht vorzeitige Pensionierung vorzieht. «Es kommt dazu, dass meine Frau gleich alt ist wie ich und sich demnächst pensionieren lässt.» So könnten sie dann nach Ablauf der Amtsperiode die neue Freizeit zusammen geniessen.
Von aussen gekommen
Schulpräsident war Markus Mendelin schon, bevor er nach Amriswil gekommen war. Im Nebenamt in Opfikon (Kanton Zürich). Beworben hat er sich auf eine Stellenausschreibung, durch die erstmals ein Vollzeit-Schulpräsident für die beiden Schulgemeinden Primarschule Amriswil und Sekundarschule Amriswil gesucht wurde. Es gab ein Assessment-Verfahren, die Interpartei nominierte den auswärtigen Mendelin. Einzig die SVP stand hinter einem Amriswiler Gegenkandidaten aus eigenen Reihen.
Die politischen Nebengeräusche, die mit der Wahl des Fremden aufbrandeten, sind schnell verstummt. Aber einfach wurde Markus Mendelin der Einstieg nicht gemacht, auch wenn er allgemein willkommen geheissen wurde. «Ich musste schnell merken, dass die Schule Amriswil nicht auf mich gewartet hat.»
Gemeinden zusammengeführt
Die neuen Ideen, die Markus Mendelin in die Schule einbrachte, sind nicht überall auf Gegenliebe gestossen. Und doch konnte der ehemalige Zürcher immer wieder eine Mehrheit von seinen Gedanken überzeugen. Schon nach verhältnismässig kurzer Zeit gelang es dem Präsidenten, nicht nur die beiden Amriswiler Schulgemeinden (Primarschule und Sekundarschule) zusammenzuführen, sondern auch die beiden Primarschulgemeinden Hefenhofen und Sommeri ins Boot zu holen.
Inzwischen ist die Volksschulgemeinde ein homogenes Gebilde, das gut aufgestellt ist. «Wir haben in einigen Bereichen Pionierarbeit geleistet», sagt Markus Mendelin nicht ohne Stolz. Zum einen bewähren sich die Kompetenzzentren, zum anderen sind auch Projekte wie «Lift» oder «Bildungslandschaft» auf Kurs. Vieles, was anfänglich undenkbar schien, konnte erfolgreich umgesetzt werden. «Ich werde meinem Nachfolger eine moderne und gut funktionierende Schulgemeinde übergeben können.»
Wurzeln geschlagen
Seinen Umzug nach Amriswil bereut der einstige Zürcher Markus Mendelin nicht. Er hat im Oberthurgau Wurzeln geschlagen und sieht keinen Grund, nach seiner Pensionierung nun aus Amriswil wegzuziehen. «Wir haben hier ein Haus, das für zwei Personen ideal ist. Die Arbeit, die es mit sich bringt, lässt sich gut bewältigen», sagt er. Durch seine Arbeit als Schulpräsident sei er schnell vernetzt gewesen in Amriswil. «Das Netzwerk hat geholfen, dass wir hier unser neues Lebensumfeld gefunden haben.»
Bedauernde Stimmen
Auf seine Ankündigung hin, keine weitere Amtsperiode mehr anhängen zu wollen, hat Markus Mendelin viele bedauernde Stimmen gehört. «Für mich ist das ein gutes Zeichen. Man sollte dann aufhören, wenn die Leute so zufrieden waren, dass sie es bedauern. Nicht erst, wenn alle froh sind, dass man geht.»
Wie es nun in Sachen Schulpräsidium weitergeht, weiss Markus Mendelin nicht. Er geht davon aus, dass die Interpartei sich über das weitere Vorgehen berät und dann entscheidet, ob die Nachfolge wieder über eine Stellenausschreibung und ein Assessment-Verfahren bestimmt wird oder ob sich ein anderes Vorgehen aufdrängt.» Die Wahlen finden 2017 statt.