News Unsere Schule
Thurgauer Schulen auf Kurs - Lehrer- und Schülerzahlen im Lot
Für knapp 29'000 Thurgauer Schülerinnen und Schüler beginnt am Montag ein neues Schuljahr an der Volksschule. Das sind rund 0,7 Prozent mehr als im vergangenen Jahr. Die Suche nach qualifizierten Lehrpersonen verlief auch dieses Jahr problemlos.

Im Kanton Thurgau starten mehr Schülerinnen und Schüler ins neue Schuljahr. Auf der Sekundarstufe gibt es einen leichten Rückgang.
Bericht und Bild: SDA, Tagblatt-Online, 11. August 2016
Mit einem Plus von rund einem Prozent steigen die Schülerzahlen am stärksten in der Primarschule. Diese Entwicklung setze sich auch für die kommenden Jahre fort, heisst es in einer Mitteilung der Thurgauer Staatskanzlei vom Donnerstag.
Nach Jahren des Wachstums stabilisieren sich die Zahlen im Kindergarten wieder auf hohem Niveau. Rund 2600 Kinder werden kommende Woche zum ersten Mal ihren orangen Kindergartenbändel tragen. Das sind etwa 150 weniger als im Vorjahr.
Für die Sekundarstufe ist nochmals ein geringer Rückgang um knapp ein Prozent zu verzeichnen. Für die kommenden Jahre kündigt sich auch dort ein bescheidenes Wachstum an. "Insgesamt werden sich die Schülerzahlen in den kommenden Jahren auf dem heutigen Niveau halten", so die Prognose von Beat Brüllmann, dem neuen Chef des Amts für Volksschule.
Je nach demographischer Struktur und Standort sehe die Situation in den einzelnen Schulgemeinden sehr unterschiedlich aus, von einem starken Anstieg bis zu weiterhin rückläufigen Zahlen. Eine Möglichkeit mit diesen Herausforderungen umzugehen, liege in der Schaffung grösserer Strukturen, etwa durch institutionalisierte Zusammenarbeit mehrerer Schulgemeinden oder der Bildung von Volksschulgemeinden.
Ein Prozent mehr Lehrpersonen
Im vergangenen Schuljahr verzeichneten die Thurgauer Schulgemeinden rund 3200 Anstellungen von Klassen- und Fachlehrpersonen. Dahinter stehen rund 2100 Vollzeitstellen. Das entspricht einem Anstieg von rund einem Prozent. Dieser Wert ergibt sich aus den ebenfalls leicht gewachsenen Schülerzahlen.
Bis auf einzelne Stellen im Bereich der Heilpädagogik und wenige kleinere Pensen waren bereits vor den Sommerferien alle Stellen besetzt. Für Felix Züst, Präsident des Verbands der Thurgauer Schulgemeinden, befinden sich die Schulgemeinden in einer erfreulichen Situation. Offene Stellen liessen sich zurzeit mit gut ausgebildeten und motivierten Lehrpersonen besetzen.
Auch die Schulleitungsstellen konnten besetzt werden. Der Arbeitsmarkt für Lehrpersonen funktioniert auch aus Sicht der Abgängerinnen und Abgänger der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Grösstenteils haben sie eine Anstellung nach ihren Vorstellungen gefunden, rund zwei Drittel davon im Kanton Thurgau.
Grosses Interesse am neuen Lehrplan
Die Schulgemeinden beschäftigten sich derzeit intensiv mit Fragen eines guten und lebensdienlichen Unterrichts. Ein Ausgangspunkt dafür ist die geplante Einführung des neuen Lehrplans Volksschule Thurgau. Der neue Lehrplan ziele darauf ab, die Schülerinnen und Schüler an zentrale Kompetenzen heranzuführen und nehme dabei konkreten Bezug auf aktuelle Herausforderungen wie den Umgang mit den Medien.
Die Vernehmlassung zum neuen Thurgauer Lehrplan sei auf viel Interesse gestossen. Derzeit sind die zuständigen Stellen damit beschäftigt, die Stellungnahmen auszuwerten und allfälligen Anpassungsbedarf abzuleiten.
Mit dem neuen Schuljahr treten zwei organisatorische Neuerungen in Kraft. Jede Schülerin und jeder Schüler kann ab sofort ohne Angabe von Gründen an zwei "Jokertagen" pro Jahr dem Unterricht fern bleiben. Die Weihnachtsferien dauern ab diesem Schuljahr immer zwei ganze Wochen.