News Hefenhofen

22.10.2014

Wände waren auf Sand gebaut

Die Sanierungsarbeiten im Schulhaus Sonnenberg in Hefenhofen nehmen Konturen an. Schulpräsident Markus Mendelin freut sich über das bisherige Ergebnis und schildert, wo es unangenehme Überraschungen gab.


Schulpräsident Markus Mendelin vor dem Schulhaus Sonnenberg. Die Arbeiten schreiten zügig voran. (Bild: Rita Kohn)

Bericht: Tagblatt Online, 11. Oktober 2014, Rita Kohn

Noch steht das Gerüst. Aber schon jetzt ist unübersehbar, dass das alte Schulhaus auf dem Sonnenberg sich bald wieder sehen lassen kann. Schulpräsident Markus Mendelin bestätigt, dass man gut in der Zeit liege. Das war kurzzeitig mal anders. «Uns hat im Keller eine unliebsame Überraschung erwartet», sagt Mendelin. Beim Aushub im Keller – um eine vernünftige Raumhöhe zu bekommen, musste der Boden etwas abgesenkt werden, stellte sich heraus, dass einige Mauern auf Sand gebaut waren. Die Mauern mussten neu aufgebaut werden.

«Das führt leider auch dazu, dass mit höheren Kosten als erwartet gerechnet werden muss», sagt Markus Mendelin. Allerdings rechnet er derzeit damit, dass die veranschlagten Kosten für die Sanierung eingehalten werden können. «Wir werden nicht unbedingt viel höher als vorgesehen abschliessen, aber so deutlich unter dem Voranschlag wie beim Schulhaus Oberaach liegen wir auch nicht.»


Zusammenarbeit klappt
Lobende Worte findet Markus Mendelin für die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege. Deren Bereitschaft, dem Einbau von Dachgauben zuzustimmen, habe dazu beigetragen, schöne und gut nutzbare Dachräume zu schaffen. Damit habe der Platz im Schulhaus gut genutzt werden können. «Wir haben noch andere Schulhäuser mit Dachstöcken, die ungenutzt sind», sagt er. Auch dort müsse man über einen Einbezug des Raums nachdenken.

Weniger begeistert ist der Schulpräsident über eine andere Vorschrift, die im Zuge des Umbaus realisiert werden musste. Diese macht den Einbau einer behindertengerechten Toilette im Erdgeschoss des Schulhauses notwendig. Die übrigen Toilettenanlagen wurden im Keller untergebracht. «Leider genügt es nicht, dass wir eine behindertengerechte Toilette im Turnhallentrakt haben», sagt Markus Mendelin. So habe der eine Gruppenraum im Erdgeschoss verkleinert werden müssen, um die Vorschriften umzusetzen.


Fassade war bröckelig
Unliebsame Überraschungen gab es schliesslich auch beim genaueren Hinsehen bei der Fassade. «Der Zement zwischen den Backsteinen war bröckelig», sagt Markus Mendelin. Er musste erneuert werden, um zu verhindern, dass bei stürmischem Wetter Wasser eindringen kann. Damit hätte in absehbarer Zeit gerechnet werden müssen.

Die zusätzlichen Fassadenarbeiten werden sich finanziell ebenfalls auswirken. Markus Mendelin ist aber froh darüber, dass die Schäden zu einer Zeit entdeckt worden sind, in der das Schulhaus eingerüstet ist und die Arbeiten ohne weiteres erledigt werden konnten. Wenn die Sanierungsarbeiten am Schulhaus Sonnenberg abgeschlossen sind, kann die Schule nun davon ausgehen, dass das Gebäude über längere Zeit keine Schäden aufweist. Dazu trägt auch der Entscheid bei, Fenster in einer Holz-Aluminium-Ausführung einzubauen, die nur wenig Wartung brauchen.


Kunst und Platz
Für Markus Mendelin ist die Entwicklung des Schulhauses Sonnenberg ein Beweis dafür, dass aus einer alten Bausubstanz viel herausgeholt werden kann. Die Auflösung der Lehrerwohnung im ersten Stock hat ein grosszügiges Schulzimmer ergeben, der Flur davor mit grossem Fenster, von dem aus eine Aussicht in die Berge geboten ist, lädt zur Nutzung ein. Das erst recht, da die Wände durch Kunst am Bau gestaltet werden und damit dieser Bereich ein besonderes Flair bekommen wird.

Mehr Platz schliesslich bekommen die Kinder im Aussenbereich des Schulhauses. Hier ist eine Arena entstanden, in der einerseits ein neuer Pausenraum zur Verfügung steht, die andererseits aber auch als Aussenschulzimmer genutzt werden kann. Ein grosszügiger Spielplatz rundet die Aussenarbeiten ab.



Sonnenberg Über 100 Jahre

Das Schulhaus Sonnenberg ist eines der markantesten Gebäude in Hefenhofen. Es hat eine lange Geschichte.

1910 Auf dem Sonnenberg wird ein Schulhaus mit Lehrerwohnung gebaut.

2005 Die Schulbürger diskutieren über einen Zusammenschluss der Schulgemeinden Amriswil, Sommeri und Hefenhofen. Dabei geht immer wieder die Angst um, das Schulhaus Sonnenberg könnte geschlossen werden.

2008 Die Abstimmung zum Zusammenschluss fällt positiv aus. Der Wille, das Schulhaus zu erhalten, wurde auch von Seiten der Schulgemeinde Amriswil bekräftigt.

2009 Am 1. Januar geht das Schulhaus in die neugegründete Volksschulgemeinde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri über.

2010 Der 100. Geburtstag des Schulhauses wird mit einem fröhlichen Fest gefeiert. Schulpräsident Markus Mendelin kündigt an, dass eine Sanierung ins Auge gefasst werden muss.

2013 An einer Informationsveranstaltung erfahren die Schulbürgerinnen und Schulbürger, dass die Sanierung umfangreicher sein dürfte als zunächst angenommen. Sonnenberg soll zum zentralen Schulstandort Hefenhofen werden. Im November sprechen die Stimmberechtigten einen Kredit über 2,47 Millionen Franken.

2014 Im Juni ist das Schulhaus geräumt, die Umbauarbeiten können beginnen. Die Planung sieht vor, dass bis Ende Jahr das Schulhaus wieder bezogen werden kann.

2015 Im Frühjahr soll ein Einweihungsfest stattfinden.