News Unsere Schule

18.02.2015

Zum Norovirus gesellt sich Grippe

Nach dem Ausbruch des Norovirus hat sich die Situation in der Schule Amriswil wieder beruhigt. Vizepräsident Richard Hungerbühler ist überzeugt, dass die Sache überstanden ist. Von den Eltern gab's positives Echo.


 

Bericht: Tagblatt online 18.2.2015; Rita Kohn

Bildlegende: Die Schule Mühlebach hat am Montag den Normalbetrieb wieder aufgenommen. (Bild: Reto Martin)          

Nach dem Norovirus kam die Grippe: In vielen Schulhäusern Amriswils häufen sich derzeit die Krankmeldungen. Im Schulhaus Kirchstrasse etwa haben am Dienstag 38 Kinder gefehlt. «Aber nur fünf von ihnen hatten Magen-Darm-Probleme», sagt Richard Hungerbühler, Vizepräsident der Schule Amriswil. Obwohl die Schule die hohe Ausfallquote aufmerksam beobachtet, geht die Schulbehörde derzeit von einer normalen Grippewelle aus. «Die geschilderten Symptome sprechen dafür, dass die derzeit grassierende Grippe auch in Amriswil angekommen ist.»

Entwarnung gibt es auch beim Schulhaus Hemmerswil. Dort wurden vergangene Woche zahlreiche Krankheitsfälle gemeldet, und die Schulbehörde befürchtete, dass das Norovirus auch auf dieses Schulhaus übergeschwappt sein könnte. «Aber auch hier ist es eine sehr kleine Zahl Kinder, die von Brechdurchfall betroffen sind», sagt Hungerbühler. Derzeit würden hier aber 26 von 126 Kindern fehlen.

Auf Analyse verzichtet

Nachdem am Freitagabend das Norovirus zweifelsfrei nachgewiesen werden konnte, hat der Kantonschemiker in Absprache mit dem Amriswiler Schularzt auf die Analyse des Hüttenkäses verzichtet, der im ersten Moment im Verdacht stand, die Krankheitssymptome verursacht zu haben. Richard Hungerbühler bringt für den Verzicht Verständnis auf. «Die Analyse ist ein langwieriges Verfahren.» Nachdem die Krankheit auch bei Angehörigen der Kinder aufgetreten ist, die nichts vom Hüttenkäse gegessen haben und zudem das Norovirus nachgewiesen wurde, habe die Wahrscheinlichkeit, dass auch der Käse verdorben war, bei nahezu null gelegen.

Das Gerücht, dass verdorbener Hüttenkäse für die Massenerkrankung verantwortlich ist, hielt sich bis Montagmorgen. Erst nach und nach sprach sich die tatsächliche Ursache herum. «Es hätte uns erstaunt, wenn die Hüttenkäse-Lieferung nicht in Ordnung gewesen wäre», betont Richard Hungerbühler. Gerade die Produktion von Milchprodukten sei einer umfassenden Sicherheitskontrolle unterworfen. «Selbstverständlich ist selbst das keine absolute Garantie. Aber hier können wir den Hüttenkäse als Ursache so weit ausschliessen.» Sollte sich doch noch ein Verdachtsfall ergeben, so kann die Analyse nachgeholt werden. Es seien genügend Proben entsprechend konserviert worden.

Wenig Lehrkräfte betroffen

Froh ist Richard Hungerbühler darüber, dass im Schulhaus Mühlebach in der hektischen Zeit keine Lehrkräfte durch Krankheit ausgefallen sind. «Erstaunlicherweise hatten wir zwar im Schulhaus Oberaach drei Krankheitsfälle im Kreis des Lehrkörpers, bei den Kindern hingegen blieb Oberaach weitgehend vom Virus verschont.»

Ganz verschont geblieben waren auch die beiden Klassen aus dem Schulhaus Mühlebach, die sich zur fraglichen Zeit im Skilager befanden.

Viel Lob für Reaktion

Waren die Stimmen der Eltern zunächst kritisch, gab es nachträglich viel Lob für die Reaktion der Schulbehörde. Geschätzt worden sei vor allem, dass die Lehrkräfte am Mittwochnachmittag alle Eltern persönlich angerufen und über die vorläufige Dauer der Schulhausschliessung informiert haben. «Diese sehr persönliche Kommunikation hat viel bewirkt.»

An der Behördensitzung von kommender Woche werden die Ereignisse rund um die Norovirus-Geschichte nochmals aufgeräumt. «Dann ziehen wir Bilanz, ob wir in einem ähnlichen Fall wieder so handeln sollten oder ob es noch Optimierungsbedarf gibt», kündigt Richard Hungerbühler an. Er hofft, dass bis dahin die Krankheitswelle ihren Zenit überschritten hat und die Krankheitsabwesenheiten wieder sinken.

Mit einem blauen Auge davon gekommen ist die Schulgemeinde auch, was die Kosten für die Schulhausreinigung betrifft: Die dürften sich zwischen 3000 und 4000 Franken bewegen.